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Im Spannungsfeld zwischen Kulturwissen und Texttreue

Zwischen Deutsch und chinesischer Zielsprache liegen unterschiedliche Sprachsysteme und kulturelle Welten. Einfach «nur» übersetzen geht nicht!

«Wenn ich wörtlich übersetze, klingt es sinnlos, wenn ich aber aus Not etwas in der Wortfolge, im Stil ändere, wird es so aussehen, als hätte ich meine Pflicht als Übersetzer verletzt.» Diese Aussage von Hieronymus, 347-420, in seiner «De optimo genere interpretandi» («Über die beste Art des Übersetzens») zeigt den Konflikt zwischen wortwörtlichem und freiem Übersetzen bereits sehr früh auf.

Friedrich Schleiermacher, 1768-1834, geht noch einen Schritt weiter, denn in zwei Sprachen entsprächen kein Wort und keine Flexionsweise einander: «(...) dass keinem einzigen Wort in einer Sprache eines in einer anderen genau entspricht, keine Beugungsweise der einen genau dieselbe Mannigfaltigkeit von Verhältnisfällen zusammenfasst, wie irgendeine in einer anderen.»

Das Kernproblem des Übersetzens zeigt sich umso mehr, wenn Ausgangs- und Zielsprache in völlig unterschiedlichen Kultur- und Sprachräumen angesiedelt sind. Die Sprachstruktur der sinotibetischen Sprachfamilien, zu denen die chinesischen Sprachen gehören, ist u.a. geprägt von der Einsilbigkeit der Wortwurzeln (Monosyllabismus) und dem Fehlen jeglicher Flexion. Eine Eins-zu-eins-Übertragung ist unmöglich: Der Übersetzer ist zu gewissen Abweichungen gezwungen, damit der Text verständlich und lesbar wird. Aber welche Begriffe sollen notdürftig übersetzt werden, um die Lektüre zu vereinfachen? Wo wird der Text damit verwässert und verliert zu viel an kulturspezifischen Eigenheiten?

Der Übersetzer als Kulturvermittler muss Inhalt, Tonalität und Botschaft des Textes erfassen, sprachlich möglichst präzise übersetzen und gleichzeitig einen für das Zielpublikum gut lesbaren Text liefern. Er muss einen Mittelweg finden zwischen wortgetreuem Original und der «Seele» der Übersetzung, zwischen dem Reiz des Fremden und der Verständlichkeit.


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